Karin Prien soll Ministerium für Bildung, Wissenschaft und KiTas leiten

Schleswig-Holsteins CDU-Landesvorsitzender Daniel Günther hat heute (31. März 2017) gemeinsam mit seiner Kandidatin für das Ministeramt, der 51-jährigen Bildungspolitikerin Karin Prien aus Hamburg, das bildungspolitische Konzept der CDU konkretisiert:

„Nach 28 von 30 Jahren Bildungspolitik unter SPD-Verantwortung steht Schleswig-Holstein im Bildungscheck auf Platz 13 von 16. In keinem anderen westdeutschen Bundesland verlassen so viele Schülerinnen und Schüler die Schule ohne Abschluss. In kaum einem anderen Bundesland ist der Schulerfolg so sehr vom Elternhaus abhängig. Diese zutiefst ungerechte SPD-Bildungspolitik werden wir nach den Landtagswahlen beenden – mit Karin Prien als Ministerin“, erklärte der CDU-Spitzenkandidat für die Landtagswahlen, Daniel Günther, in Kiel.

Daniel Günther und Karin Prien

Foto: CDU SH / Sönke Ehlers

Die CDU werde im Bildungsministerium die Zuständigkeit von der KiTa bis zur Hochschule bündeln, erklärte Günther. „Die KiTas haben mittlerweile einen Bildungsauftrag. Sie gehören deshalb ebenso wenig ins Sozialministerium wie die Hochschulen“, so Günther.

Karin Prien – derzeit bildungspolitische Sprecherin in der Hamburger Bürgerschaft – erklärte ihre Schwerpunkte für die kommende Legislaturperiode.
Am bestehenden zwei-Säulen System aus Gymnasien und Gemeinschaftsschulen werde nicht gerüttelt, betonte Prien. „Wir stehen für hohe Schulqualität an beiden Schulformen, wollen aber das diese ihren unterschiedlichen Herausforderungen gerecht werden. Wir spielen sie nicht gegeneinander aus.“

Eine gerechte Bildungspolitik müsse sowohl die Schulabbrecherquote senken als auch die Förderung der Leistungsstarken im Blick haben. Bedenklich sei darüber hinaus, dass Eltern von Gemeinschaftsschülerinnen und -schülern an Oberstufen mit Abstand die höchsten Nachhilfekosten hätten. „Da läuft erkennbar etwas falsch. Die Qualität unserer Schulen – und zwar aller Schulen – muss besser werden. Bildungsabschlüsse müssen im Land und im Bund vergleichbar werden. Die Menschwerdung fängt nicht mit dem Abitur an. Aber wer Abitur macht, der muss auch wirklich die Hochschulreife erreichen. Und wer den ersten allgemeinen Bildungsabschluss macht, der muss die Ausbildungsreife haben. Ich verstehe es als meine Aufgabe, für beides die notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen. Das hat absolute Priorität“, sagte Prien.
Deshalb werde sie unverzüglich nach der Regierungsübernahme mit der flächendeckenden Umstellung auf G9 an allen Gymnasien beginnen. Mit dieser Umstellung werde eine Fokussierung auf die Kernkompetenzen verbunden. „Wir werden die Schulen dabei nicht allein lassen. Das werden wir gründlich vorbereiten und gemeinsam mit den Schulen umsetzen“, so Prien.

Daniel Günther und Karin Prien

Foto: CDU SH / Sönke Ehlers

Auch bei den Gemeinschaftsschulen gelte es, sich auf die Qualität des Unterrichts zu konzentrieren. Dazu gehöre neben der Stärkung der Basisqualifikationen, wieder Unterricht in den naturwissenschaftlichen Fächern Physik, Chemie und Biologie zu erteilen statt im Einheitsfach NaWi. Dies müsse mit einer entsprechenden Lehreraus-, -fort- und -weiterbildung unterlegt werden. Gleiches gelte für die Inklusion. „Inklusion braucht auch Sonderpädagogen. Deshalb wollen wir dringend eine weitere Professur an der Universität Flensburg schaffen. Unter den derzeitigen Bedingungen ist die Inklusion zum Teil eine unzumutbare Belastung für Lehrkräfte und Kinder gleichermaßen“, so Prien.

Als Schulpolitikerin und dreifache Mutter habe sie höchsten Respekt vor der Arbeit, die Lehrkräfte heute leisten, betonte Prien. „Leider wird sehr vieles, das in unserer Gesellschaft heute falsch läuft, bei den Lehrkräften abgeladen. Das wird sich nicht immer vermeiden lassen. Eine Regierung muss dies zumindest wahrnehmen und wertschätzen. Ich möchte insoweit auch Anwältin für die Sorgen und Nöte der Lehrkräfte sein. Deren Arbeit wird durch immer neue Aufgaben und zusätzliche Projekte immer schwerer. Ich will, dass die Lehrerinnen und Lehrer sich wieder vor allem auf das Unterrichten konzentrieren können. Denn dafür sind sie da“, so Prien.
Für sie sei die Gesundheit und Zufriedenheit im Lehrerberuf eine Voraussetzung für guten Unterricht. „Deshalb ist die Forderung der CDU Schleswig-Holstein, eine Lehrerbedarfsanalyse und eine Erhebung der Arbeitsbelastung von Lehrkräften durchzuführen, so wichtig. Sie ist die Grundlage, um eine Unterrichtsgarantie glaubhaft belegen zu können“, so die Bildungspolitikerin.

Sie habe ein hohes Problembewusstsein für die heutigen Herausforderungen an Schulen. Dazu gehöre beispielsweise das immer größer werdende Problem mit Gewalt an Schulen. Eine Ministerin könne nur dann unterstützend handeln, wenn sie auch solche unangenehmen Entwicklungen frühzeitig wahrnehme und beim Namen nenne. „Dazu gehört auch, dass es für Schulen in schwierigen sozialen Lagen mehr Personal gibt. Eine Ministerin muss nicht selbst guten Unterricht erteilen können – aber sie muss für gute Rahmenbedingungen sorgen. Und dafür trete ich an“, so Prien.

(Quelle CDU – Schleswig-Holstein)

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